Die Fläche Obergrün

Dieses Jahr brütet im Obergrün neben den "üblichen Verdächtigen" wie Singdrossel, Girlitz und Co. eine Nachtigall, deren wohlkingender und melancholischer Gesang absolut hörenswert ist. Kommen Sie doch mal zum Lauchen vorbei!

Auch Klappergrasmücke und Teichrohrsänger versuchen sich aktuell beim Brutgeschehen, zudem sind viele junge Wildkaninchen zu beobachten!

 

14.05.2014

Alle Bilder wurden im Gewann Obergrün aufgenommen.

Betzenhausen-Bischofslinde war früher ländlich geprägt, das Gewann Obergrün wurde bis in die 1990er als Mähwiesenglände landwirtschaftlich genutzt. Nur ein Teil der Fläche wird aktuell noch von der Stadt gemäht, der Rest ist teilweise in privater Hand, lag Jahre lang brach und wächst immer weiter zu. Dadurch hat sich eine abwechslungsreiche, halboffene Wiesenlandschaft entwickelt, die nicht nur einen hohen landschaftsästhetischen Reiz, sondern auch Lebensraum für viele, z.T. seltene Tierarten birgt. Das Obergrün zeichnet sich durch seinen Strukturreichtum auf kleiner Fläche aus, es gibt ein kleines Feuchtbiotop (Schulbiotop der Anne-Frank-Grundschule), Mähwiesen, Vieweiden, Gebüsche, Säume, Einzelbäume und einen Bachlauf, den Mühlbach. Beim Geo-Tag der Artenvielfalt, der 2012 im Obergrün stattfandt, wurden über 500 Tier und Pflanzenarten gefunden!

 

Acht Parzellen sind im Obergrün durch den Verein Bauernhoftiere für Stadtkinder e.V.gepachtet und werden mit Ziegen, Schafen und Eseln beweidet und damit offen gehalten. Dadurch können Kinder, aber auch Erwachsene, erleben wie wichtig Nutztiere für unsere Landschaft und deren Pflege sind.  Auch die Kinder können im Rahmen unserer Projekte aktiv helfen die Flächen zu pflegen, z.B. indem sie Büsche schneiden und Laubheu für die Ziegen machen, Müll sammeln etc. Die Gottesanbeterin und die Zauneidechse profitieren von einer schonenden Offenhaltung der Landschaft und kommen beide auf der Fläche vor.

 

Durch schonende Beweidung und Pflegemaßnahmen mit den Kindern wird die Artenvielfalt im Gewann Obergrün gefördert und einerseits Lebensraum für Tiere und Pflanzen, anderseits Erholungsraum für Menschen geschaffen. Durch den Kontakt zu Nutztieren wird außerdem auf ganz neue Weise ein Bezug zum Stadtteil hergestellt und ein Identifikationsgefühl geschaffen.